Kritik-Tabelle: Akkus bringen nichts, weil zu wenige

Moritz_Akkudoktor
29. April

Kritikpunkt: Akkus bringen nichts, weil zu wenige

Ursprüngliche Aussage: Batteriespeicher können Deutschland gerade mal 16 min mit Strom versorgen.

Diese Aussage beruht auf einem grundlegenden Missverständnis. Batteriespeicher sind nicht dafür gedacht, ein ganzes Land dauerhaft mit Strom zu versorgen. Würde man sie daran messen, wären sie tatsächlich um Faktor ~20.000 zu klein (2025 stehen 25 GWh Batteriespeicher [1] 495.000 GWh Stromverbrauch gegenüber [2]) – aber genau das ist nicht ihr Zweck. Ihre eigentliche Aufgabe ist die Stabilisierung und Flexibilisierung des Stromnetzes. Sie speichern überschüssige Energie, etwa aus Photovoltaik, und geben sie bei Bedarf wieder ab. So gleichen sie kurzfristige Schwankungen aus und reduzieren den Einsatz teurer Alternativen wie Stromimporte oder Gaskraftwerke. Entscheidend ist daher nicht, ob Batterien allein ausreichen, sondern ob sie ihre Rolle im System erfüllen. Und das tun sie: Sie machen das Stromnetz effizienter, stabiler und wirtschaftlicher.
Wichtig ist auch zu verstehen, wie hoch das Einsatzpotential bei der Netzsteuerung ist:
FCR (Frequenzregelung), aFRR (Frequenzregelung), mFRR (Frequenzregelung) & Intraday & Day Ahead eingesetzt werden. Zusätzlich noch die Spannungsregelung über Blindleistung (wird aktuell nicht ausreichend genutzt -> verschenktes Potential). Hierfür sind hohe Leistungen, nicht große Speicher entscheidend. Zudem sind Batterien nur ein Teil des Regelungssystems -> Aber warum nicht nutzen?
Entscheidend ist also die Flexibilität: Batterien und Wechselrichter lassen sich nahezu beliebig überall einsetzen (enormes Potential, wird nicht genutzt)

[1]https://www.energy-charts.info/charts/installed_power/chart.htm?l=de&c=DE
[2]https://www.zfk.de/energie/strom/energie-strom-stromverbrauch-bleibt-2025-unter-500-terawattstunden